11.05.2020 Montag  DLRG Barometer: mindestens 417 Todesfälle durch Ertrinken in 2019

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland mindestens 417 Menschen ertrunken. In Binnengewässern verloren mindestens 362 Männer und Frauen, das sind rund 87 Prozent der Opfer, ihr Leben. Allein in Baden-Württemberg ertranken mindestens 37 Personen. Diese Statistik gab der Bundesverband der DLRG bereits im März bekannt. „Flüsse, Seen oder Kanäle sind nach wie vor die größten Gefahrenquellen. Nur vergleichsweise wenige Gewässerstellen werden von Rettungsschwimmern bewacht. Das Risiko, dort zu ertrinken, ist deshalb um ein Vielfaches höher als an Küsten oder in Schwimmbädern“, beschreibt Achim Haag, Präsident der Wasserretter, die Gefahrenlage. 

Die Anzahl der Opfer ist in 2019 um 17,3% gegenüber 2018 zurückgegangen. Dieser positive Rückgang wird vor allem auf das Sommerwetter zurückgeführt, das trotz einiger Temperaturrekorde auch von Phasen mit einigen Regentagen, kühlen Temperaturen und starken Unwettern geprägt war. Wie sich schönes Wetter auf die Ertrinkungsfälle auswirken kann, zeigten die Monate Juni, Juli und August: 237 Männer, Frauen und Kinder ertranken in diesen immer wieder von Hitzewellen und Trockenheit geprägten Monaten, mehr als die Hälfte der tödlichen Wasserunfälle des gesamten Jahres.

Besonders vom Ertrinken betroffen sind Kinder und junge Menschen. 17 Kinder (2018: 15) im Vorschul- und acht (elf) im Grundschulalter kamen im Wasser ums Leben. DLRG-Präsident Haag: „Hier ist sicherlich die zurückgehende Schwimmfertigkeit bei den Kindern eine Ursache.“

Hart kritisiert die DLRG in diesem Zusammenhang die sich weiter verschlechternden Rahmenbedingungen für die Schwimmausbildung. Die Zahl der geschlossenen und akut vor Schließung stehenden Bäder in Deutschland erhöhe sich stets, so Haag weiter. „Diese Entwicklung ist alarmierend. Die Folgen bekommen wir alle zu spüren. 20 bis 25 Prozent aller Grundschulen bieten keinen Schwimmunterricht mehr an, weil ihnen kein Bad zur Verfügung steht und ausbildende Verbände wie die DLRG haben lange Wartelisten für einen Schwimmkurs. Mehr als jeder zweite Grundschulabsolvent ist kein sicherer Schwimmer mehr.“ Und: „Die Proteste in den Kommunen gegen Bäderschließungen werden immer lauter. 85 Prozent der Menschen wollen ihr Bad behalten. Das ist die große Mehrheit. Darauf sollte die Politik hören“, sagt der Chef der Lebensretter.

 

Kategorie(n)
Sonstiges, Einsatz

Von: Stefan Ludwig

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